Anders als in der Malerei ist die Fotografie immer an real Existierendes gebunden. Ohne Motiv kein Foto. Natürlich lebt auch die Malerei vom Motiv. Dies kann sich der Malende selbst entwerfen. In einem Lächeln ist vielleicht die Botschaft des menschlichen Glücks eingefangen, zerfließende Uhren erinnern an zerrinnende Zeit, in einer Landschaft mit Hirten musizierende Männer verbindet Alltag mit Kunst. So gestalten lässt sich ein Bild, wenn das innere Auge auf die Leinwand gebracht wird. In der Fotografie muss man so etwas suchen und mit viel Glück kann man es vielleicht auch einmal finden. Man ist immer in einer bestimmten Weise abhängig von dem Gegebenen im Außen. Wie kann es gelingen, mit der Fotografie eine ähnlich erhabene Allgemeinaussage zu treffen? Wie kann es gelingen, mit dem Fotoapparat zu malen? Vor einem Gemälde stehend, beginnen wir nchzudenken, zu philosophieren. Es berührt uns und lässt uns vielleicht ein Leben lang nicht mehr los. Weil eine tiefere Ebene in dem Gemälde sicht- und spürbar wird. Wie kann das in einer Fotografie gelingen, wie kann die tiefere Ebene des im Moment der Aufnahme Empfundenen für Betrachtende sichtbar werden?
Auch wenn es Fotografien gibt, die einen so berühren, dass sie einen ein Leben lang begleiten, stoße ich immer wieder an diese Grenze der Fotografie. Die Frage nach der Schönheit und auch nach dem Wesen der Kunst beschäftigen mich nachhaltig. Bislang habe ich keine für mich zufriedenstellende Antwort gefunden.




















